Gleich(-)gültig?

Währung
Währung | I-vista @ pixelio.de

In einer Klasse hält ein Lehrer einen 20€ Schein in die Luft und fragt : „Wer will ihn haben?“

Natürlich erheben alle Schüler die Hand.

Dann zerknittert der Lehrer den Schein und fragt: „Wollt ihr den immer noch?“

Wieder heben alle die Hände.

Der Lehrer wirft den zerknüllten Schein auf den Boden, trampelt darauf und fragt: „Wollt ihr ihn denn jetzt immer noch?“

Und wieder heben alle Schüler die Hände.

Dann sagt der Lehrer: „Ihr habt heute eine wichtige Lektion gelernt! Egal was ich mit diesem 20€-Schein tue, ihr wollt ihn trotzdem haben, weil sein Wert sich nicht verändert. Er ist immer 20 Euro wert.
Ihr werdet in Eurem Leben mehrmals verzweifelt sein und von manchen Menschen weggestoßen verarscht oder sogar gehasst werden und ihr werdet das Gefühl haben, Nichts mehr wert zu sein. Doch seid euch eines bewusst – egal welche Qualen ihr erleben müsst, wie viele Menschen euch auch wegstoßen mögen… — für Menschen, die euch lieben, werdet ihr nie weniger wert sein!
Auch wenn ihr keinen Reichtum besitzt, nichts mehr habt, verliert ihr nie an Wert.“

Überarbeitung der Geschichte „Du bist wertvoll“

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Das Märchen vom Auszug der Ausländer

Tolerante Stadt
Tolerante Stadt|Oliver Klas @ pixelio.de

Es war einmal, … etwa drei Tage vor Weihnachten, spät abends. Über den Markplatz der kleinen Stadt kamen ein paar Männer gezogen. Sie blieben an der Kirche stehen und sprühten auf die Mauer „Ausländer raus!“ und „Deutschland den Deutschen!“ Steine flogen in das Fenster des türkischen Ladens gegenüber der Kirche. Dann zog die Horde ab. Gespenstische Ruhe. Die Gardinen an den Bürgerhäusern waren schnell wieder zugefallen. Niemand hatte etwas gesehen.

„Los, kommt, es reicht, wir gehen!“

„Wo denkst du hin! Was sollten wir denn da unten im Süden?“

„… da unten? Das ist immerhin unsere Heimat. Hier wird es immer schlimmer. Wir tun einfach das, was da an der Wand geschrieben steht: „Ausländer raus!“

Tatsächlich, mitten in der Nacht kam Bewegung in die kleine Stadt. Die Türen der Geschäfte sprangen auf: Zuerst kamen die Kakaopäckchen heraus, mit den Schokoladen und Pralinen in ihren Weihnachtsverkleidungen. Sie wollten nach Ghana und Westafrika, denn da waren sie zu Hause. Dann der Kaffee, palettenweise, der Deutschen Lieblingsgetränk; Uganda, Kenia und Lateinamerika waren seine Heimat. Ananas und Bananen räumten ihre Kisten, auch die Trauben und die Erdbeeren aus Südafrika. Fast alle Weihnachtsleckereien brachen auf, Pfeffernüsse, Spekulatius und Zimtsterne, denn die Gewürze in ihrem Inneren zog es nach Indien. Der Dresdner Christstollen zögerte. Man sah Tränen in seinen Rosinenaugen, als er zugab: Mischlingen wir mir geht’s besonders an den Kragen. Mit ihm kamen das Lübecker Marzipan und der Nürnberger Lebkuchen. Nicht Qualität, nur Herkunft zählte jetzt. Es war schon in der Morgendämmerung, als die Schnittblumen nach Kolumbien aufbrachen und die echten Pelzmäntel mit Gold und Edelsteinen an ihrer Seite in teuren Chartermaschinen in alle Welt starteten.

Der Verkehr brach an diesem Tag zusammen. Lange Schlangen japanischer Autos, vollgestopft mit Optik und Unterhaltungselektronik krochen gen Osten. Am Himmel sah man die Weihnachtsgänse nach Polen fliegen, auf ihrer Bahn gefolgt von den feinen Seidenhemden und den Teppichen aus dem fernen Asien.

Mit Krachen lösten sich die tropischen Hölzer aus den Fensterrahmen und schwirrten zurück ins Amazonasbecken. Man musste sich vorsehen, um draußen nicht auszurutschen, denn von überall her quoll Öl und Benzin hervor, floss zu Bächen zusammen und strömte in Richtung Naher Osten.

Doch man hatte bereits Vorsorge getroffen. Stolz holten die grossen deutschen Autofirmen ihre Krisenpläne aus den Schubladen: Der alte Holzvergaser war ganz neu aufgelegt worden. Wozu ausländisches Öl?!

Aber es half nichts, die VW´s und die BMW´s begannen sich aufzulösen in ihre Einzelteile, das Aluminium wanderte nach Jamaika, das Kupfer nach Somalia, ein Drittel der Eisenteile nach Brasilien, der Naturkautschuk nach Zaire. Und die Strassendecke hatte mit dem ausländischen Asphalt im Verbund auch immer ein besseres Bild abgegeben, als heute.

Nach drei Tagen war der Spuk vorbei, der Auszug geschafft, gerade rechtzeitig zum Weihnachtsfest. Nichts Ausländisches war mehr im Land. Aber Tannenbäume gab es noch, auch Äpfel und Nüsse. Und „Stille Nacht“ durfte gesungen werden – wenn auch nur mit Extragenehmigung, das Lied kam immerhin aus Österreich.

© Helmut Wöllenstein (*1956)

Liebe Blogfreunde,

der Autor veröffentlichte die Geschichte am 20.12.1991 in der Sendereihe  „ Zuspruch am Morgen“  des Hessischen Rundfunks. Ihn erschreckte die massiv wachsende Ausländerfeindlichkeit, die wenig später zu den Brand- und Mordanschlägen in Mölln und Solingen führte.

Es bekümmert mich zutiefst, dass wir nahezu ein Vierteljahrhundert später – angesichts so erschütternder Berichte und Bilder menschlichen Leidens – immer noch viel zu viel wegsehen und schweigen.

Xaver Spick

Vertrauen !?

Abends auf der Bank
Abends auf der Bank | Marco Barnebeck @ pixelio.de

Ein hoch verschuldeter Geschäftsmann sass, in Gedanken versunken, auf einer Parkbank. Gläubiger und Lieferanten verlangten Zahlungen, er suchte verzweifelt einen Weg, seine Firma vor dem Ruin zu bewahren.

Plötzlich stand ein alter Mann vor ihm und sagte: „Ich sehe, dass etwas Sie sehr bekümmert. Wollen Sie mir davon erzählen?“ Der Unternehmer fasste sich ein Herz und schilderte seine schwierige Situation. Nachdem er geduldig zugehört hatte, erwiderte der Greis: „Ich glaube, ich kann Ihnen helfen!“ Er fragte den Geschäftsmann nach seinem Namen, schrieb einen Scheck aus und reichte ihm diesen. „Nehmen Sie das, wir treffen uns hier in genau einem Jahr. Dann können Sie mir das Geld zurückzahlen.“ Dann drehte er sich um und verschwand, genauso schnell wie er gekommen war.

Ungläubig sah der Geschäftsmann auf das Papier in seinen zitternden Händen. Es war ein Scheck über eine Million Dollar, unterzeichnet von Paul Getty, einem der reichsten Männer der Welt. „Ich kann meine Schulden sofort tilgen“, dachte er zuerst fassungslos. Doch nach weiterem Überlegen beschloss der Mann, das wetvolle Dokument in seinem Safe zu deponieren. Er wusste ja nun, dass er mit aller Kraft an der Rettung seines Unternehmens arbeiten konnte und den Scheck nur im äussersten Notfall zu verwenden brauchte. Mit diesem veränderten Denken verhandelte er bessere Angebote und strukturierte sein Geschäft neu. Er arbeitete konsequent, voll Eifer und Begeisterung, und konnte so einige grosse Geschäfte tätigen. Innerhalb weniger Monate war seine Firma schuldenfrei und begann wieder schwarze Zahlen zu schreiben.

Genau ein Jahr später kehrte der Unternehmer mit dem Originalscheck in den Park zurück. Wie vereinbart, erschien der alte Mann. Der Geschäftsmann wollte gerade das Papier zurückgeben und seine Erfolgsgeschichte erzählen. Da kam eine Krankenschwester und packte den Greis am Arm. „Ich bin so froh, dass Sie ihn erwischt haben“, rief sie. „Ich hoffe, er hat sie nicht zu sehr belästigt. Er entkommt immer aus der Nervenheilanstalt und erzählt den Leuten er sei Paul Getty.“ Sprach´s, und führte den alten Mann davon!

© Xaver Spick